Stellungnahme der Linksfraktionen des LWL und des LVR zur geplanten Fusion der Provinzial Nord-West mit der Provinzial Rheinland

12. Dezember 2012  2012, Pressemitteilungen

alt1. Die beiden Linksfraktionen begrüßen, dass der geplante Verkauf der  Provinzial Nordwest an die Allianz zunächst vom Tisch ist. Dies ist ein Erfolg des schnellen und energischen Widerstandes und der Aktionen der Kolleginnen und Kollegen der Provinzial. Es sichert die Zukunft der Provinzial als öffentliches Unternehmen.

2. Unter dem künstlich erzeugten Druck eines drohenden Verkaufes an die Allianz soll stattdessen die Fusion der Provinzial Nordwest und der Provinzial Rheinland erzwungen werden. Durch die Fusion sollen sogenannte „Synergieeffekte“ gehoben werden. Im Klartext heißt dies, dass bei der Provinzial in erheblichem Umfang Arbeitsplätze vernichtet werden sollen! Ziel der Fusion ist es also nur, den Gewinn der Provinzial auf Kosten der Belegschaft in die Höhe zu treiben.

 

3. Die Fusion der beiden Provinzialversicherungen ist wirtschaftlich nicht notwendig. Die Provinzial Nordwest erzielte im letzten Jahr einen Konzernüberschuss von mehr als 116 Millionen EURO, die Provinzial Rheinland hatte ein Jahresergebnis von 62 Millionen EURO. Beide Gesellschaften sind wirtschaftlich gesund. Beide Gesellschaften haben gute bis sehr gute Ratings und seit Jahren ordentliche Gewinnausschüttungen. Es gibt also keine wirtschaftliche Notwendigkeit für eine Fusion und erst recht keinen Zwang!

4. Die Fusion widerspricht dem erfolgreichen Geschäftsmodell der Provinzial: Die Stärke der Provinzial liegt in der flächendeckenden, regional ausgewogenen und kundenorientierten Versorgung der Bevölkerung mit Versicherungsschutz. Dazu gehört ein dichtes Zweigstellennetz bis in strukturschwache Gebiete hinein und eine Zusammenarbeit mit dem öffentlich-rechtlichen Vertriebspartner, den Sparkassen. Die Provinzial erfüllt den Auftrag einer regionalisierten, öffentlichen Daseinsvorsorge im Bereich der Versicherungen. Ihr Auftrag ist nicht die maximale Renditeerzielung!

5. Eine Fusion würde den regionalen und demokratischen Einfluss der Politik auf diesen Bereich der Öffentlichen Daseinsvorsorge, der über die Landschaftsverbände gesichert wird, minimieren.
Die beiden Linksfraktionen der Landschaftsverbände lehnen aus diesen Gründen den Verkauf der Provinzial an die Allianz ebenso wie eine Fusion der Provinzial NordWest und Rheinland ab.


Ausdruck vom: 10.08.2022, 23:01:39 Uhr
Beitrags-URL: https://www.linksfraktion-lwl.de/stellungnahme-der-linksfraktionen-des-lwl-und-des-lvr-zur-geplanten-fusion-der-provinzial-nord-west-mit-der-provinzial-rheinland/
© 2022 Christine Buchholz, MdB