Denkmalpflege in Ostwestfalen von zwei Seiten bedroht: Linke gegen Kürzungen bei Denkmalpflege und Archäologie

27. März 2013  2013, Pressemitteilungen

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„Wenn Denkmalpflege und archäologische Untersuchungen in Zukunft kaum noch stattfinden können, geht uns wichtiges und unersetzliches kulturelles Erbe verloren“, betont Barbara Schmidt, Sprecherin der LINKEN im Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) nach einem Besuch des Fraktionsarbeitskreises Kultur in der Bielefelder Außenstelle für Archäologie des LWL. Aktuell wird dieses kulturelle Erbe von zwei Seiten bedroht: Zum einen hat die Landesregierung beschlossen, die Fördermittel für Denkmalpflege bis 2015 auf 0 Euro zu kürzen. „Erhalt und Pflege von Denkmalen kostet Geld, das arme Kommunen oder normale Menschen oft nicht haben. Wenn es keinen öffentlichen Topf mehr gibt, aus dem die Eigentümer unterstützt werden können, sind viele dieser Denkmale nicht mehr zu halten und ihnen droht Verfall und Abriss“, erläutert Barbara Schmidt. „Die Überwachung des gesetzlichen Schutzes von Denkmalen ist staatliche Aufgabe. Aber damit ist es nicht getan. Man muss sie auch erhalten und pflegen.“

 

Nach Informationen der archäologischen Außenstelle Bielefeld standen im letzten Jahr für ganz Westfalen 1,1 Millionen Euro Fördermittel zur Verfügung. Der Bielefelder Anteil betrug 80.000 Euro. Bereits für dieses Jahr gibt es nur noch 48.000 Euro und in zwei Jahren gar nichts mehr.

Zusätzliche Kürzungen beim Landschaftsverband selber bedrohen das kulturelle Erbe ebenso: In Zukunft soll die Bielefelder Archäologie, die für den gesamten Regierungsbezirk Detmold zuständig ist, von vier auf nur noch drei Archäologenstellen verringert werden. Diese Maßnahme wird verschärft durch einen weitern Kürzungsbeschluss: Wenn im nächsten Jahr der Leiter der Bielefelder Archäologie in den Ruhestand geht, soll der Leiter des LWL-Museums Kaiserpfalz in Paderborn mit einer halben Stelle Aufgaben in Bielefeld wahrnehmen. Das Museum in Paderborn selbst ist jedoch schon jetzt personell gnadenlos unterbesetzt.

„Die Kaiserpfalz in Paderborn ist die einzige ergrabene Kaiserpfalz in Westfalen. Das Museum des Landschaftsverbandes hat daher eine wichtige Bildungsaufgabe für die ganze Region. Diese Aufgabe mit einer halben Leitung und einer Verwaltungsstelle bewältigen zu wollen, ist völlig unrealistisch. Es kann einfach nichts mehr richtig gemacht werden. Zu erwarten, dass dann mit einer halben Stelle noch Aufgaben für die Bielefelder Außenstelle Archäologie erledigt werden könnten, ist genauso unrealistisch“, fürchtet Barbara Schmidt.

„Wir fordern das Land und den Landschaftsverband auf, die Kürzungen zurückzunehmen und dafür zu sorgen, dass das kulturelle Erbe in Ostwestfalen für künftige Generationen wirklich erhalten bleibt.“

 

Bild: Der Arbeitskreis Kultur der Fraktion Die Linke im Landschaftsverband Westfalen-Lippe besucht die Außenstelle Bielefeld der Archäologie in Westfalen, die obere Denkmalschutzbehörde. Obwohl Denkmalschutz staatliche Aufgabe ist und – wie in anderen Bundesländern – komplett vom Land finanziert werden müsste, sichern in Nordrhein-Westfalen die Kommunen über die Landschaftsverbände diese Aufgabe finanziell ab. Die Finanzmisere der Kommunen führt dann zu Kürzungen und Stellenstreichungen auch in diesen wichtigen Kulturbereichen. Die Linke informierte sich über die Arbeit und die Auswirkungen der bereits beschlossenen Kürzungen.

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Ausdruck vom: 10.08.2022, 22:55:34 Uhr
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© 2022 Christine Buchholz, MdB