Fraktion in der
Landschaftsversammlung Westfalen-Lippe

Antrag: Finanzierung der Jugendbauhütte Westfalen wieder aufnehmen

Der Kulturausschuss möge beschließen:

Der LWL nimmt ab 2016 die Zuschussfinanzierung in Höhe von 50.000.- Euro pro Jahr für die Jugendbauhütte Westfalen mit Sitz in Soest wieder auf.

Begründung:

Die Jugendbauhütte Westfalen ist eine von 13 Jugendbauhütten in Deutschland, mit denen Jugendlichen und jungen Erwachsenen für jeweils ein Jahr ermöglicht wird, in historischen Handwerken und Techniken praktische Erfahrungen in der Denkmalpflege zu sammeln. Mit dieser Arbeit leisten sie eine wichtige Brücke, um junge Menschen an den Denkmalschutz heranzuführen und kulturhistorische Techniken zu sichern.

In Nordrhein-Westfalen gibt es 2 Jugendbauhütten, die seit ihrer Gründung auch von den Landschaftsverbänden finanziell unterstützt wurden: Die Jugendbauhütte Duisburg/Raesfeld (jetzt: Jugendbauhütte Rheinland) gegründet 2002 und die Jugendbauhütte Soest (jetzt: Jugendbauhütte Westfalen) gegründet 2007. Während der LWL die Finanzierung der Jugendbauhütte Soest (Westfalen) 2012 einstellte beteiligt sich der LVR weiterhin mit jährlich 50.000.- Euro an den Kosten der Jugendbauhütte Rheinland.

Im Rahmen der Haushaltsberatungen 2012 wurde vom LWL die finanzielle Unterstützung eingestellt unter der Annahme, dass die Jugendbauhütte auch andere ausreichende Finanzierungsquellen habe. Die Gelder von Bund und Land fließen weiterhin. Die bisherige Finanzierung aus der Deutschen Stiftung Denkmalschutz wird aus bekannten Gründen immer schwieriger.

Um Kosten einzusparen haben die Jugendbauhütten eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, wie z.B. Reduzierung der Platzzahlen von 24 auf 22 pro Jugendbauhütte (gesamt 44 in NRW), der Bildungsseminare von 7 auf 6 Wochen à 5 Tage (35 zu 30 Bildungstage), des Seminarbudgets um fast 40 %. Um den Bestand des Freiwilligen Sozialen Jahres in der Denkmalpflege in NRW weiterhin zu gewährleisten, stand 2014 die Zusammenlegung der beiden Jugendbauhütten mit einer Reduktion der Platzzahlen auf gesamt max. 30 in NRW zur Diskussion. Von dieser Maßnahme hat die Deutsche Stiftung Denkmalschutz vorläufig für die Durchführung des Jahrgangs 2015/16 abgesehen. Ziel ist es jedoch, die ohnehin geringe Zahl an Bauhüttenplätzen weiter zu sichern. Das ist mit den vorhandenen Mitteln nicht möglich.

Der Landschaftsverband als obere Denkmalschutzbehörde, mit seinen historischen Museen und der kulturhistorischen Kommissionsarbeit muss ein hohes Interesse daran haben, die Arbeit der Jugendbauhütte auch langfristig zu sichern. Aus diesem Grund ist die Wiederaufnahme der Zuschussfinanzierung durch den LWL notwendig.

Barbara Schmidt                                     f.d.R. Stefan Müller
Mitglied im Kulturausschuss                Fraktionsgeschäftsführer